Gedankengänge, wegweisendes und meinungsbildendes.

Persönlich.

Etwas mehr als zwei Wochen bis zur Wahr- und Klarheit.
Im Dezember 2014 war ich das letzte Mal im MRI. Der Termin war äusserst erfolgreich. Keine neuen Läsionen und von den alten haben sich eine gute Handvoll zurückgebildet. In den letzten 48 Monaten habe ich mich bemüht meinen eingeschlagenen Weg weiterhin zu verfolgen. Ich habe endlich meine Stelle gekündigt und nach einer neunmonatigen Suche einen Traumjob gefunden. Ich habe eine starke Beziehung aufgelöst weil sie uns beide aufgehalten hat weiter zu wachsen, mich entliebt, verliebt und verletzen lassen. Habe vor einem Jahr einen fünfwöchigen Hilfseinsatz in Uganda geleistet. Die Erkenntnisse, Bilder, Begegnungen und Erfahrungen daraus begleiten mich noch heute jeden Tag. Den Rat meines Neurologen – mich von emotionalem Stress fernzuhalten – habe ich also alles andere als befolgt. Mir war ja sowieso nie klar wie das gehen soll. Das würde bedeuten entweder in ein Kloster einzutreten, mich von jeglichen menschlichen Begegnungen fernzuhalten oder zu einem kaltherzigen Menschen zu werden. Ersteres scheint mir noch am realistischsten, von letzterem haben wir nach meinem Geschmack sowieso schon viel zu viele. Ich denke heute, dass beim mittleren der Schlüssel liegt. Wobei es nicht jegliche sondern nur die Begegnungen sind die einem nicht gut tun. Scheint mir allerdings so ne Lebensaufgabe zu sein. Erkannt habe ich sie. Für die Umsetzung brauch ich noch bisschen Übung.

 

Jetzt bin ich aber ein gutes Stück vom eigentlichen Thema abgedriftet. Soll ja schliesslich Gemütszustandsblog werden. Ich fühle mich knapp 17 Tage vor dem Untersuch angespannt und mehrheitlich gesellschaftsunfähig. Als ich im Dezember 2011 die Diagnose erhalten habe, habe ich mir geschworen dass ich in fünf Jahren geheilt bin. Geheilt von einer Krankheit die als Unheilbar eingestuft wird. Der kommende Untersuch bedeutet für mich selbst also einen Wendepunkt. Auch wenn mir bewusst ist, dass es Schulmedizinisch diese Erlösung nicht gibt.

 

Vor kurzem habe ich einem Freund von dieser Anspannung erzählt. Er sagte dazu: „Auch das ist nur Kopfsache.“ Diese Aussage hat mich verletzte und beschäftigt. Auf der einen Seite weil es stimmt, es mir bewusst ist und ich es nicht hinbekomme und auf der anderen Seite, weil ich finde, dass ein gesunder Menschen nicht nachvollziehen kann wie sich das anfühlt. Diese Gefühlslage in Worte zu fassen ist schwierig. Es ist eine Mischung aus Dankbarkeit, Ehrfurcht, Angst und Hoffnung.

Dankbarkeit
Für all diese Monate, Wochen und Tage. Für all die Begegnungen, Berührungen, Konzerte, Eindrücke, Erfahrungen, Lektionen und Schmerzen. Für alles was mich spüren lässt, dass ich am Leben bin. Dankbarkeit dass mein Weg so lange so problemlos funktioniert.

Ehrfurcht
Ein grosses Stück vor mir selbst. Denn 47 Monate und zwei Wochen bin ich in Bezug auf meine MS nahezu tiefenentspannt. Ich glaube daran, dass das was ich tue richtig ist und ich vertraue meinem Herzen und meinem Bauch. Ehrfurcht aber auch davor, dass die Prüfung noch nicht zu Ende sein könnte.

Angst
Da wären wir bei der Kopfsache. Ja ich habe Angst. Angst davor, dass einiges was in diesen 48 Monaten passiert ist zu viel Belastung war um die Balance in meinem Körper zu halten. Angst davor dass die Krankheit wieder aktiv ist. Ich weitere Monate einfach nur Glück hatte, dass mein Immunsystem nichts zerstört hat was überlebenswichtig ist. Ich empfinde diese Angst nicht per se als negativ, dafür bin ich Realistin genug. Ich finde es vernünftig, die Möglichkeit durchzuspielen dass die Zeit näher Rückt in der ich entscheiden muss wie lange und unter welchen Umständen mein Leben lebenswert ist.

 

Hoffnung
Hoffnung zu haben, dass alles gut ist, dafür scheint es mir etwas zu spät. Daran glaube ich. Hätte ich die letzten Monate nicht die Kraft gehabt weiterhin meinem Weg zu folgen – die letzten zwei Wochen würden das jetzt nicht mehr rausreissen. Was ich hoffe ist, dass ich die Belastung - welche mich die kommenden Tage begleiten wird - nutzen kann um noch stärker und bewusster zu werden. Ich noch tiefer in meinen Verstand vordringen kann um anzunehmen was ist.

All diese Dinge lassen mich im Moment etwas komisch sein. Der eine oder andere Leser wird zu Recht denken „im Moment?“. Ich mag komisch sein. Genau wie mein Lebensweg, mein Krankheitsverlauf und mein Vertrauen in meinen Körper, mein Herz, meiner Intuition und mein Bauchgefühl. Ich kenne mich allerdings nur so. Im Moment bzw. wie die letzten 5 Jahre jeweils vor den Untersuchungen – bin ich anders komisch. Ich ziehe mich zurück weil ich niemandem zur Last fallen will, ich bin stiller als sonst und will eigentlich nicht darüber reden und doch möchte ich so viel sagen und nicht alleine sein. Mir ist völlig bewusst, dass absolut niemand mir diesen Weg abnehmen kann. Ich muss da alleine durch. Und mir ist auch bewusst dass niemand diesen inneren Kampf sieht. Der innere Kampf, der wohl jeder Mensch gelegentlich austrägt welcher sich der eigenen Endlichkeit täglich bewusst ist. Der innere Kampf an dem man zerbrechen könnte oder wachsen kann. Ich habe mich einmal mehr für das wachsen entschieden und entschuldige mich hiermit gleich im Kollektiv bei allen die mein komisch sein die nächsten paar Tage noch abbekommen. Denn sich für das wachsen zu entschieden bedeutet, sich alle dem mit vollem Bewusstsein zu stellen. All diese Gefühle anzunehmen, zu betrachten und zu versuchen sie da einzuordnen wo sie hingehören.

Wie immer wenn ich so persönlich Blogge –  hoffe ich, dass meine Zeilen das Verständnis füreinander fördert und das Bewusstsein stärken, dass man 1. nie in einen anderen Menschen hineinsehen kann und 2. man nur Unterstützung erwarten kann, wenn die Menschen im Umfeld wissen was in einem vorgeht.

 

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budwig-Creme forever!

Das war einer der Schlachtrufe während meines Studiums zur ganzheitlichen Ernährungsberaterin. Umso mehr erstaunt es mich, dass man in den Zeiten von Foodporn, clean food und Superfood auch in den populärsten Blogs nicht wirklich etwas von der Budwig-Creme liest. Ist sie, zumindest in der Ernährungsberatung die auf Gesundheit ausgerichtet ist, eine der Hauptakteure. Dieser Blog soll verdeutlichen, warum diese „Creme“ als Wundermittel gilt und auch bei mir seit Jahren fixer und wichtiger Bestandteil ist.

Schön, schlank und fit sein ist heute ein „muss“. Aus diesem Grund streichen sehr viele Menschen verheerender weise Fette kurzerhand aus Ihrem Speiseplan. Das hat nicht nur für den Fettstoffwechsel negative Folgen sondern für unseren ganzen Organismus. Gute Fette sind für einen reibungslosen Ablauf unumgänglich.  Diese Wertvolle Entdeckung haben wir einer frühen Kämpferin zu verdanken: Dr. Johanna Budwig (1908 – 2003). Die Apothekerin und Chemikerin forschte auf den Spuren von Nobelpreisträgers Prof. Otto Warburg (1883 -1970) Biochemiker, Arzt und Physiologe und Entdeckter „der Natur und der Funktion des Atmungsferments“ für welche er 1931 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erhielt. Warburg war überzeugt, dass viele Zivilisationskrankheiten auf eine gestörte Zellatmung zurückzuführen sind. Budwig entwickelten für dieses schwerwiegende Problem einen überraschend einfachen Lösungsansatz. Die Verbesserung der Zellatmung ist dann auch einer der Gründe, warum die Budwig-Creme so wirkungsvoll ist.

Rezept

Die Budwig-Creme in seinen Speiseplan einzubauen ist also äusserst Ratsam. Ich selbst kann max. einen Monat darauf verzichten, bevor sich mein Wohlbefinden merklich verschlechtert. Am wirkungsvollsten ist die Öl-Eiweiss-Kost wenn man sie beim Frühstück – der wichtigsten Mahlzeit am Tag - zu sich nimmt.

Pro Person:
2 EL Sojajoghurt (oder Magerquark mit ein bisschen Milch)
2 EL Leinöl
so lange verrühren, bis sich das Öl mit dem Joghurt/Quark gebunden hat.
2 EL geschrotete Leinsamen

nach Lust und Laune:
Dinkelmüeslimischung, Rohkakao-Nips , Früchte, Honig, Baumnüsse, Mandeln etc.

Im Netz gibt es unzählige Rezepte, wie man die hochwirkungsvolle Mischung der Proteine und Fette sonst in seine Ernährungsgewohnheit einplanen kann. Zum Beispiel eignet sich die Grundmischung – erweitert mit frischen Kräutern - auch wunderbar als Dip zu Gemüse oder als Creme über Kartoffeln.

Das Leinöl verbessert die Sauerstoffversorgung der Zellen und sorgt dafür, dass der Zellmembran flexibel bleibt, die ungesättigten Fettsäuern fördern die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine E, D, K, A und sind unerlässlich für die Arbeit der Hormone und Enzyme. Das hochwertige Eiweiss aus dem Quark bzw. dem Sojajoghurt ist besonders wichtig für den Zellkern, die inneren Organe, das Gehirn, Knochen, Haut u.v.m. Frau Dr. Johanna Budwig schrieb dazu: „ Die Zweipoligkeit zwischen Fett (Zellumhüllung/Zellmembrane) und Eiweißen (Zellkern) ist von grundlegender Wichtigkeit für den Erhalt und die Struktur aller lebenden Zellen. Diese Zweipoligkeit hängt größtenteils von der Anwesenheit von genügend guten Fettsäuren ab. Ein Mangel an guten und geschützten Fettsäuren lähmt zahlreiche vitale Funktionen. Wenn die Zweipoligkeit zwischen dem Zellkern und der Zellumhüllung vernichtet wird – durch den Mangel an guten Fettsäuren oder den Konsum von teilweise oder insgesamt gehärteten Fetten (z.B. Transfetten), bedeutet dies, dass die elektrische Ladung verschwindet. Mit anderen Worten: Die Batterie der Zelle wird leer.“ Dr. Johanna Budwig, 1952

 


Die Wirkung der Öl-Eiweiss-Kost stellt sich so rasch ein, dass ich jedem ernährungs- und gesundheitsbewussten Menschen an`s Herz lege, die Budwig-Creme für zwei Wochen in seinen Alltag einzubauen. Selbstverständlich sollen die Grundbausteine aus nachhaltiger und fairer Produktion sein.

Ich würde mich über Erfahrungsberichte freuen.

Herzlich,
Graziella

 

Quellen:
Natur und Heilen Berichte 
Januar 15: Die Quark-Öl-Kur nach Dr.Johanna Budwig – Mehr Zellenergie und neuer Schwung
Mai 00: Heilsame Synergie
https://www.dr-johanna-budwig.de
Buch: QuickStart Nährstofftherapie von Volker Schmiedel

 

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Ein hoch auf den Fenchel

Unschwer zu erkennen, dass Fenchel zu meinem Lieblingsgemüse gehört. Ich esse ihn am liebsten roh. Wie ein Apfel.

  Schauen wir ihn mal genauer an.

Inhaltsstoffe je 100g:

81           kcal
1.4 g      Eiweiss
2.8 g      Kohlenhydrate (davon 2g Ballaststoffe)  
93.4 g    Wasser

27 mg    Natrium
395 mg Kalium
38 mg    Calcium
51 mg    Phosphor
12 mg    Magnesium
2.7 mg  Eisen

783 µg   Vitamin A
6 mg      Vitamin E
93 mg    Vitamin C
37 µg     Vitamin B9 (Folsäure)
und weitere, kleine Anteile an B1, B2, B3, B6

(Quelle: GU Nährwert-Kalorien-Tabelle, Neuausgabe 2014/15)

Wichtig ist bei diesen Angaben zu beachten, dass die Inhaltsstoffe sehr schwanken können. Je nach Anbauart, Lagerung etc.

Was kann Fenchel?
Fenchel sagt man eine schleimlösende und Verdauung regulierende Wirkung nach. Auch soll er bei Menstruationsschmerzen helfen (Tee). Der Fencheltee wird auch gerne bei Bauchschmerzen und Blähungen eingesetzt – auch für stillende Mütter um den Verdauungstrakt der Babys zu beruhigen.

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Achtsamkeit

Achtsamkeitsrituale sind ein wichtiger Bestandteil auf meinem Weg.

Eine meiner liebsten Übungen ist die „Guten Morgen Körper“-Übung.

Es gibt beim Aufwachen diesen magischen Moment. Das Bewusstsein kehrt langsam zurück und bevor man sich seines Körpers wieder bewusst wird ist dieser Moment des tiefen Friedens, in dem alles gut ist. Ich liebe diese Millisekunden und übe mich darin, sie immer klarer wahrzunehmen.

 

Sobald mein Bewusstsein soweit erwacht, dass ich meinen Körper wieder wahrnehme, begrüsse ich Ihn „Guten Morgen Körper“. Dann strecke ich mich einmal richtig durch um zu fühlen, ob alles noch funktioniert. „Danke, dass alles funktioniert lieber Körper. Schön dass Du da bist.““ und dann fange ich an, alles einzeln zu begrüssen.

„Guten Morgen Zehen.“
„Hallo Fuss“
„Guten Morgen Unterschenkel, wie geht’s Deinem Muskel?“
usw. usf. bis zu
„Guten Morgen lieber Darm. Lass uns mal fühlen, wie geht’s Dir?“
„Höi Herz, danke dass Du schlägst“
„Guten Morgen liebe Lungen, heute gebe ich euch besonders acht. Ich weiss, ihr seid verschleimt und erschöpft. Wir kriegen das hin.“

… und so gehe ich durch meinen ganzen Körper und bin Dankbar und Glücklich.

Es gibt ganz viele Achtsamkeitsübungen, die meisten haben zum Ziel, dass man sich besser spürt, sich näher kommt und sich selbst bewusster wird. Das sind ganz wichtige Aspekte auf dem Weg einer Heilung.  

Machst Du auch Aufmerksamkeitsübungen?
Was ist Dein liebstes Ritual?

 

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Tag des Wassers

 

Ohne Wasser, kein Leben. 

Wasser ist für uns in der Schweiz etwas Selbstverständliches. Wir können unser Leitungswasser ohne Bedenken geniessen.


Wie wichtig Wasser für unsere Körper ist, davon handelt dieser Blog.

 



Der menschliche Körper besteht zu einem Grossteil aus Wasser. Die Prozentzahlen über den Wasseranteil gehen weit auseinander - bei einem sind sie sich allerdings alle einig: bezogen auf das Körpergewicht ist Wasser der quantitativ wichtigste Bestandteil. 70% dieses Wasser befindet sich in den Zellen (Intrazellulärraum) und `nur` 30% bewegt sich im Extrazellulärraum. Vorwiegend im Blut, im Gehirn, dem Muskelgewebe und in der Haut. Wir scheiden Wasser vorwiegend über die Lunge in Form von Wasserdampf, über die Nieren in Form von Urin, über die Haut in Form von Schweiß und letztlich auch über den Darm aus.

Wasser ist ein wichtiges Transportmittel

Unser Körper benötig das Wasser ausserhalb der Zellen (Extrazellulärraum) um Nährstoffe - also alles was unser Körper zum Überleben oder z.B. zum Reparieren von Schäden braucht - zu den Zellen zu transportieren und die Abfallprodukte des Stoffwechsels wieder abzutransportieren. Viele Stoffwechselprodukte können nur dann abtransportiert werden, wenn die Konzentration mit Wasser stimmt. Ansonsten sind sie für den Körper zu giftig.

Folgend möchte ich eine Annahme machen - diese ist nicht medizinisch oder wissenschaftlich belegt sondern rein eine von mir angenommen logische Abfolge. Nehmen wir an, wir leiten eine Entgiftung ein. Bewusst oder Unbewusst. Eine Entgiftung kann schon sehr sanft z.B. mit Tee oder via lösende Massagen eingeleitet werden. Die angesteuerte Zelle baut also Abfallprodukte ab und will sie in das Blut abgeben. Wenn da nicht genügen Wasser im Kreislauf ist, ist der Körper gezwungen Zellwasser zu lösen. (Eine Übersäuerung des Blutes ist sehr rasch tödlich - dazu in einem späteren Blog mehr). Trinken wir nun chronisch zu wenig kommt der Körper in ein Ungleichgewicht. Natürlich gehe ich auch genau in der anderen Richtung davon aus, wenn man zu viel Giftstoffe (Kochsalz, Transfettsäuren etc.) zu sich nimmt, der Körper gezwungen wird, diese mit viel Wasser zu verdünnen und sie dann im Gewebe abzulegen - er tut alles um eine Übersäuerung des Blutes zu verhindern. Die Folgen davon können sein, dass man keine Gewichtsreduktion hinbekommt egal wie streng man Diät macht oder die Haut unschöne Dellen wirft.

 


Die Folgen von chronischem Wassermangel im Körper sind mannigfaltig und die Meinungen über die Trinkmenge gehen weit auseinander. Heute kommt man davon weg zu sagen, dass es mindestens 3 Liter sein müssen. Man soll trinken, wenn man Durst hat ist der aktuelle Tenor. Meist wird im gleichen Zug allerdings darauf hingewiesen, dass z.B. ältere Menschen kein Durstgefühl mehr verspüren. Wie will man nun jetzt also pauschal sagen, dass ein Mensch im mittleren Alter dieses Durstgefühl nicht auch schon verloren hat? Weil er es seit Jahren übersteuert, weil halt gerade eine wichtige Sitzung läuft oder das Projekt noch abgeschlossen werden muss?

 


Des Weiteren beeinflusst der Tagesrhythmus, die Menge an Sport und die Ernährungsgewohnheiten die benötige Wassermenge frappant. Der 90 Kilo schwere Bauarbeiter, der nach dem Arbeitstag noch in`s Fitnesscenter geht oder die 50 Kilo schwere Buchhalterin, welche sich kaum bewegt und nach der Arbeit noch auf einen Afterwork Apero geht, haben einen anderen Wasserbedarf. 

Deshalb ist es auch hier wichtig, seinen Körper zu kennen und zu spüren.
Deutliche Anzeichen einer chronischen Wasserunterversorgung sind

 

  • trockene Haut und Schleimhäute,
  • Augenringe,
  • eine verminderte Hautspannung (Hautfalten),
  • Verwirrtheit,
  • Bewusstseinstrübungen,
  • Benommenheit,
  • Kopfschmerzen und Übelkeit,
  • Krämpfe
  • Fieber

 


Ich persönlich konnte mein Trinkverhalten massiv verbessern seit ich die Flaska entdeckt habe. In meinen Augen kann man sich an folgende Faustregel halten: man hat dann genug getrunken, wenn der ausgeschiedene Urin eine sonnengelbe Farbe hat, nicht trüb ist und keinen strengen Geruch hat. Also auch hier, ist Eigenbeobachtung und Eigenverantwortung gefragt.

Ich hoffe diese wenigen Fakten über das spannende Element Wasser haben Dich dazu motiviert Dich tiefer mit diesem Lebenselixier zu befassen.

 

 




Braucht man heute in der Zeit von Google wirklich eine Ernährungsberaterin?

 

Nein. Wenn man ein konsequenter Mensch ist, dann kann man sich alles was man wissen muss aus der Fachliteratur und bei Onkel Google holen.
Alles was ich Dir weitergebe steht da irgendwo. Du musst es nur finden, den Zusammenhang verstehen und – das schwierigste - umsetzen.

Das  Herausforderung ist aus alle den Empfehlungen, dem neusten Superfood und den vielen Publikationen das richtige für sich selbst zu finden und eine Ernährungsumstellung durchzuziehen.

 

Nehmen wir das Beispiel Wasser.

Wasser ist wichtig, dass wissen wir alle. Vor wenigen Tagen ist der Bericht das Wasser nicht so wichtig ist und zu viel Wasser krank machen kann erschienen.
http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/mythos-widerlegt-harvard-forscher-so-viel-sollte-man-wirklich-pro-tag-trinken_id_4854827.html

 

So was glaubst Du denn nun? Drei Liter trinken oder ist das dann schon gefährlich? Und ist 1 ½ Liter wirklich genug? Und was wenn Du es über Jahre falsch machst?

Nun, hier kommen wir Fachpersonen zum Zug. Es ist absolut so, dass auch wir uns ständig und immer wieder alles neue ansehen, unsere Meinungen revidieren müssen und verstehen, ob die Heckenkirsche oder der Lappentang (Dulse) nun wirklich das Wundermittel ist welches uns alle gesund, schön und schlank macht. ;-) Man muss sich eigentlich immer mit dem Thema auseinandersetzen. Das zu tun ist ganz sicher eine meiner Stärken.  

Natürlich nicht, weil es das Wunderlebensmittel gibt, sondern weil Du zurecht von mir erwartest, dass ich Dir sagen kann was Du denn mit den gekauften Chai Samen machen kannst.


Des Weiteren arbeite ich ganzheitlich. Meine Sicht gilt also zum Bespiel nicht nur der Wirkung des Superfoods sondern auch dessen Anbau, Herkunft und Folgen für die lokale Bevölkerung und die Umwelt. Es wäre vermessen zu sagen, dass ich das immer abschätzen kann – ich versuche jedoch möglichst tief dahinter zu blicken.

 

Um auf das Wasser zurückzukommen – es gibt auch da keine Pauschalaussage. Klar, die meisten trinken eher zu wenig. Weshalb man sich gerne zur Aussage „mehr“ hinreisen lässt.
Wenn jemand jedoch stark schwitzt auf Grund einer Fehlfunkton der Schweißdrüsen oder weil der Körper völlig übersäuert ist oder man gerade eine Entgiftung macht, dann braucht dieser Mensch mehr als 1 ½ Liter Wasser. Das man den Natrium-Haushalt im Auge behalten muss ist unbestritten.

 

Eine ständige Auseinandersetzung mit dem Thema ist also unumgänglich und verlang viel Zeit. Genauso wie jeder Patient es verdient hat, dass man ihn ganzheitlich betrachtet.

Es wird Jahre dauern, bis ich Patienten habe deren Geschichte ich schon mal in ähnlicher Form hatte. Das bedeutet, dass ich mich mit jedem Menschen der meine Wissen in Anspruch nimmt auseinandersetze – versuche den Schlüssel zu finden wo sein Körper in`s Ungleichgewicht gefallen ist und wie man ihn wieder in Balance bringt - und ich liebe diese Art von „Arbeit“.

 

In diesem Sinne freue ich mich auf jeden der Wege die ich begleiten darf – denn mit jedem Menschen lerne ich wieder ganze neue Universen an neuem kennen und das ist eine meiner ganz großen Leidenschaften.

 

Herzlich,

Graziella  


Vielen ist es peinlich, über Darmprobleme zu reden. Giulia Enders will das ändern. Ihr Buch "Darm mit Charme" avancierte zum Bestseller, im Fernsehen erklärt die Medizinerin, "was man beim Kacken falsch machen kann". Und alle sind begeistert.

 

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/darm-mit-charme-giulia-enders-ueber-darmprobleme-und-ihr-buch-a-966730.html

Die Kunst der Selbstheilung.

Die Kunst des Arztes besteht darin, den Patienten zu unterhalten, während die Natur seine Krankheit heilt.

(nicht gesichert Voltaire 1694-1778)

 



http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f4/Gray839-d.png
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f4/Gray839-d.png

Parasympathikus.

 

Ein besonderer Nerv.
Er hat in meinen Augen Aufmerksamkeit verdient.

 

Dieser Nervenstrang ist in meinem Verständnis der wissenschaftliche Beweis dafür dass was wir sehen, fühlen und essen einen Einfluss darauf hat wie wir es unserem Gehirn geht und umgekehrt. So sehen wir zum Beispiel eine direkte Verbindung vom Mittelhirn zum Darm (wie auch zu allen anderen Lebenswichtigen Organen) und ich bin überzeugt davon, dass es sich bei einem Nerv nicht nur um eine Einbahn handelt. Ich glaube, dass hier ein Informationsaustausch stattfindet. Was bedeutet, dass man Nervös sein kann weil man etwas "falsches" gegessen hat oder dass was man gegessen hat, fühlt sich als "falsch" an, weil man Nervös ist. Es gilt also herauszufinden woher die unruhe kommt die sich meist zuerst im Magen/Darm speigelt.

 

Mehr dazu auf Wikipedia

 


Bericht mit bitterem Nachgeschmack (Quelle: Tagesanzeiger vom  11.12.2013)

 

Die EU-Kommission hat den Süssstoff Aspartam überprüft und erklärt ihn für unbedenklich. Doch Ernährungsforscher werfen den Behörden vor, kritische Studien zu wenig zu berücksichtigen.

Die Welt wird immer süsser. Das Geschäft mit dem Zucker boomt. Mit etwa 3 Prozent pro Jahr wächst der weltweite Zuckerabsatz schneller als die Bevölkerung. Noch stärker, wenn auch auf kleinerem Niveau, legt der Süssstoffmarkt zu. Süssstoffe wie Saccharin, Aspartam oder Cyclamat sind nicht nur bei Konsumenten begehrt, die auf Extrakalorien und Zucker verzichten wollen (oder müssen), sondern auch bei der Industrie. Denn sie sind wesentlich billiger als Zucker.

 

Der Absatz von Aspartam dümpelt allerdings vor sich hin. Medienberichte über eine krebserregende Wirkung setzen dem künstlichen Süssstoff zu. Konsumenten berichten zudem von Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Krampfanfällen und Stimmungsschwankungen.Wissenschaftliche Studien der vergangenen Jahre schüren das Misstrauen. Am Europäischen Ramazzini-Institut in Bologna erhielten Hunderte Mäuse ihr Leben lang kleine Mengen Aspartam. In der Folge litten die Versuchstiere häufiger an Leber- und Lungenkrebs als die Kontrollgruppe. In einer dänischen Studie mit fast 60'000 schwangeren Frauen erhöhte der Konsum von Getränken mit künstlichen Süssstoffen das Risiko für eine Frühgeburt – und zwar bereits ab einem Getränk pro Tag. Wer hingegen zuckerhaltige Getränke konsumierte, wies kein erhöhtes Risiko auf.

Diese Studienergebnisse alarmierten Politiker bis in die EU-Spitze. «Obwohl es widersprüchliche wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, hören wir darüber von offizieller Seite nie etwas», ärgerte sich die französische EU-Abgeordnete Corinne Lepage vor zwei Jahren in einem Interview.

 

Sicherheitsprüfung vorgezogen

Nun hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) eine Sicherheitsbewertung von Aspartam vorgenommen. Gestern hat sie die Resultate veröffentlicht. Darin kommt sie zum Schluss, dass der Konsum von Aspartam nach wie vor unbedenklich sei. Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage mitteilt, schliesst es sich dieser Beurteilung an.

Die Studie wurde wegen ihrer Brisanz früher als geplant durchgeführt: Ursprünglich wäre Aspartam erst 2020 im Detail untersucht worden – entsprechend einer EU-Verordnung, die verlangt, dass alle vor 2009 zugelassenen Zusatzstoffe eine neue umfassende Sicherheitsprüfung durchlaufen müssen. Die EU-Kommission beschloss aber, die Sicherheitsprüfung vorzuziehen.

 

Kritische Studien unterbewertet

Bei ihrem Urteil, Aspartam zu verzehren sei unbedenklich, bezieht sich die Efsa auf eine Menge von 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Dieser ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) entspricht der Menge einer Substanz, die ein Leben lang täglich konsumiert werden kann, ohne dass dabei eine Gesundheitsgefährdung zu erwarten ist. Um den ADI-Wert zu erreichen, müsste eine 75 Kilogramm schwere Person täglich fünf Liter Süssgetränke zu sich nehmen. Dies tun wohl nur wenige. In Europa beträgt die durchschnittliche Aufnahme weniger als ein Viertel davon. Kinder erreichen leicht höhere Werte als Erwachsene – vermutlich wegen der vielen künstlich gesüssten Kinderlebensmittel und ihrem tiefen Körpergewicht.

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Sind damit also alle Zweifel vom Tisch? Nein, ganz im Gegenteil. Der neue Bericht dürfte die Aspartam-Kontroverse sogar weiter anheizen. Bereits im Januar, als die Efsa ihren Bericht für ein öffentliches Gutachten präsentierte, geriet sie heftig unter Beschuss.

Einer der Kritiker ist Erik Millstone, Professor für Wissenschaftspolitik an der britischen Universität von Sussex. Millstone hat den Bericht in einem fast 70-seitigen Dossier Studie um Studie zerpflückt. «Die Efsa stützt sich auf viele mangelhaft durchgeführte und falsch rapportierte Industriestudien aus den 70er-Jahren», sagt Millstone. Bereits in der amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA) hätten die Studien zu einem achtjährigen Streit geführt, bevor der Süssstoff 1981 schliesslich zugelassen wurde.

Millstone bemängelt auch, die Studien im Bericht seien unterschiedlich bewertet worden. «Die 27 Untersuchungen, die auf eine Gesundheitsgefährdung durch Aspartam hinweisen, sind überaus kritisch analysiert und schliesslich unisono als ‹nicht relevant› für die Sicherheitsbewertung bezeichnet worden», sagt der Brite. Alle diese Studien seien aus unabhängiger Quelle finanziert worden. Die meisten der 80 anderen Studien, die Aspartam als sicher bewerten, seien äusserst wohlwollend in den Bericht aufgenommen worden – obwohl fast alle von Organisationen mit kommerziellen Interessen finanziert worden seien. «Wären die Studien mit gleichen Ellen gemessen worden, würde das Fazit zu Aspartam vermutlich ganz anders aussehen», ist Millstone überzeugt.

Ein weiterer Kritiker des Efsa-Berichts ist Morando Soffritti, wissenschaftlicher Direktor am Europäischen Ramazzini-Institut in Bologna. Die private Stiftung hat sich auf die Erforschung krebserregender Stoffe spezialisiert. 2005 haben Forscher des Instituts eine unabhängige Langzeitstudie zum Krebspotenzial von Aspartam durchgeführt. In dieser und zwei weiteren Fütterungsstudien an insgesamt über 3000 Mäusen und Ratten entdeckten die Forscher erhöhte Tumorraten in Leber, Lunge, Brust und Blut sowie Lymphome. Dabei führten Dosierungen nahe dem ADI-Wert bereits zu signifikanten Resultaten.

 

Missbildungen bei Kaninchen

Die Efsa lehnt diese Erkenntnisse ab. Sie wirft dem Institut unter anderem methodische Fehler vor – nicht zum ersten Mal. Soffritti reagiert darauf nur noch mit einem Achselzucken. «Unsere Studienergebnisse könnten in einem unabhängigen Versuch überprüft werden. Doch stattdessen findet nur eine endlose und unproduktive Diskussion statt», schreibt der Krebsforscher an die Adresse der EU-Behörde.

Kritisiert wird der Efsa-Bericht auch im Zusammenhang mit Entwicklungs-studien. Die französische Lebensmittelbehörde (Anses) weist auf Versuche mit schwangeren Kaninchen hin, in denen höhere Dosen Aspartam zu Missbildungen der Föten führten. Für eine ausreichende Sicherheitsmarge empfehlen die Franzosen deshalb, den ADI-Wert auf 10 Milligramm zu senken. Doch die Efsa hält an ihren 40 Milligramm fest.

Ein Alleingang kommt für die französische Behörde zwar nicht infrage. Doch die Anses wies bereits letztes Jahr darauf hin, dass der Konsum von künstlichen Süssstoffen für Schwangere keine Vorteile biete. Als Hintergrund nennt die Anses auch die dänische Studie, die ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten bei Konsumentinnen von künstlichen Süssstoffen feststellte.

Ob die restliche Bevölkerung von künstlichen Süssstoffen profitiert und die Substanzen tatsächlich helfen, den Zucker- und Kalorienkonsum einzudämmen, wird derzeit von der Anses untersucht. Die EU erlaubt keine Auslobung von Produkten mit Süssstoffen in Bezug auf das Körpergewicht. Mit gutem Grund, denn mehrere Studien weisen darauf hin, dass Konsumenten von künstlichen Süssstoffen mehr Gewicht zulegen als jene, welche die Finger davon lassen. Woran dies liegen könnte, darüber kann man derzeit nur spekulieren.


"Wir können fast nicht glauben, dass uns LEBENSmittel therapieren (oder krank machen) können - sind jedoch von Medikamente überzeugt und konsumieren Drogen welche über den Magen wirken."
(Graziella Anouchka Bättig 1981 - noch lange)


Forschen: Stimmungsmache (Quelle: SPIEGEL WISSEN 4/2013)

Von Eva-Maria Schnurr

 

Viele Heiltraditionen schreiben dem Darm große Bedeutung für das psychische Wohlbefinden zu. Nun gehen Wissenschaftler dem nach - mit verblüffenden Ergebnissen.

Wenn Emeran Mayer sein Büro verlässt, trifft er sie alle: Vegetarier und Veganer, Menschen auf Nur-Fisch- oder Low-Carb-Diät. Wohl nirgends auf der Welt ist die Schar der vermeintlichen Besser-Esser so groß wie rund um Mayers Arbeitsplatz, die University of California in Los Angeles auf halber Strecke zwischen Beverly Hills und Santa Monica.

 

Mayer ist Gastroenterologe und Direktor des Zentrums für Stress-Neurobiologie, er behandelt Menschen mit unklaren Verdauungsbeschwerden und Reizdarm. Auch unter seinen Patienten versuchen es etliche ohne Fleisch oder ohne das Getreideeiweiß Gluten. Und immer wieder schwärmt jemand, sich dadurch wie ein anderer Mensch zu fühlen - nicht nur körperlich, sondern vor allem psychisch.

 

Kann es wirklich sein, dass der Verzicht auf Burger oder Kuchen zufriedener macht? Und wenn ja, ist es mehr als nur ein Placeboeffekt? "Der Gedanke ist durchaus reizvoll, dass die Ernährung die Stimmung beeinflusst", sagt der gebürtige Traunsteiner Mayer, der seit 30 Jahren in Los Angeles die Interaktion zwischen Darm und Gehirn erforscht. Seine Hypothese: Die Nahrung könnte im Verdauungstrakt bestimmte Reaktionen hervorrufen, die im Denkorgan für subtile Stimmungsveränderungen sorgen.

 

Der Darm als Zentrum der Gefühle

Noch steht die Forschung am Anfang, noch ist vieles Spekulation. Doch verblüffende Befunde deuten darauf hin, dass das Wohlergehen des Darms tatsächlich über die Gemütslage mitentscheidet. Einige Wissenschaftler mutmaßen gar, dass Charaktereigenschaften ihren Ursprung im Gedärm haben könnten. Und ganz Optimistische denken bereits an neue Medikamente gegen Angst oder Depression, die im Bauch ihre Wirkung entfalten könnten.

Befeuert wurden die Hoffnungen im Sommer von einer Untersuchung, die Mayer mit Kollegen veröffentlichte: Nachdem weibliche Versuchspersonen über vier Wochen hinweg regelmäßig einen speziellen probiotischen Joghurt gegessen hatten, reagierten bei ihnen bestimmte Hirnregionen weniger stark auf negative Reize als bei Versuchspersonen, die herkömmlichen Joghurt verzehrt oder sich wie üblich ernährt hatten.

 

Mayer selbst war über das Ergebnis überrascht: "Ich hatte damit gerechnet, dass es keinen Unterschied zwischen den Joghurt-Gruppen gibt. Aber unsere Studie deutet darauf hin, dass probiotische Bakterien in der Nahrung Gehirnreaktionen modulieren können - auch, wenn wir noch nicht genau wissen, welche Mechanismen dahinterstecken und was es bedeutet."

 

Die Idee, der Darm sei so etwas wie der Quell des Wohlbefindens, ist tief verwurzelt in Volksheilkunde und traditioneller Medizin. In der asiatischen Gesundheitslehre etwa gilt der Bauch als Energiezentrum des Körpers, als Ursprung psychischer Stärke.

Der Darm regelt seine Geschäfte selbst

Die Wissenschaft jedoch nahm das lange nicht so ernst. Den Ursprung von Emotionen vermutete sie allein im Kopf. Und die beseligende Wirkung guten Essens erklärte sie vor allem mit psychologischen Effekten.

Nun aber ermöglichen modernste molekular- und neurobiologische Methoden einen neuen Blick auf den Körper und die komplexen Zusammenhänge im Organismus. Der Darm ist für eine solche ganzheitliche Herangehensweise prädestiniert.

Das liegt an seiner speziellen Beziehung zum Gehirn. Anders als bei Atmung oder Herz-Kreislauf gibt es im Denkorgan kein Areal, das speziell für die Verdauung zuständig ist. Der Darm regelt seine Geschäfte selbst. Etwa vier- bis fünfmal so viele Nervenzellen wie im Rückenmark durchziehen dafür seine Wände. Eigene Rezeptoren registrieren sogar Geschmacksrichtungen wie bitter oder süß, oder sie erkennen bestimmte Nährstoffe.

Doch der Kopf ist immer im Bilde, was unten passiert. Ohne dass es ins Bewusstsein gelangt, stehen Oberstübchen und Eingeweide in ständigem Kontakt. Signale empfängt das Gehirn über das Nervensystem und über den Blutkreislauf, Botenstoffe wie Hormone oder Neurotransmitter und Immunmediatoren spielen dabei eine Rolle.

Ein Großteil der Kommunikation gelangt über den Vagusnerv ins Gehirn und wird dort in Regionen verarbeitet, die für Emotionen zuständig sind, dem sogenannten limbischen System. Diese enge Verbindung zwischen Bauch und Gefühlen hat sich irgendwann in der Evolution entwickelt. Forscher diskutieren, ob das Nervensystem im Darm ein Satellit des limbischen Systems ist - oder ob Letzteres sogar aus dem Nervensystem im Bauch entstanden ist, berichtet der Biologe Michael Schemann, der an der TU München die Verdauungsregulation untersucht.

In jedem Fall erklärt das, warum Darm und Psyche so nah beisammen sind. Eigentlich kennt das jeder aus Erfahrung: Hunger macht schlechte Laune, und umgekehrt verdirbt gedrückte Stimmung oft den Appetit.

Essen beeinflusst Stimmung und Urteilsvermögen

Auch die Nahrung selbst wird im Gehirn genau registriert - und kann Gehirnprozesse verändern, zeigte der belgische Psychiater Lukas van Oudenhove kürzlich in einer kleinen Studie.

Über einen Schlauch träufelte er Versuchspersonen entweder Fettsäuren oder Kochsalzlösung direkt in den Magen - sie konnten also nicht sehen oder riechen, was sie da zu sich nahmen. Dabei spielte er ihnen traurige oder neutrale klassische Musik vor und zeigte ihnen Bilder von Menschen mit betrübtem oder neutralem Gesichtsausdruck. Während in der Kontrollgruppe die Laune ziemlich in den Keller rutschte und bestimmte Gehirnareale anders reagierten, pufferte die fettige Infusion die Trübsal weitgehend ab.

Irgendwie hat man es ja geahnt: Fettes macht - zumindest kurzfristig - offenbar von tief innen heraus glücklich. Noch aber rätseln die Forscher, welchem Zweck die Stimmungsmache im Bauch dient.

Die derzeit einleuchtendste Erklärung geht davon aus, dass das Gehirn als eine Art Zentralcomputer darüber wacht, ob in den Verdauungsorganen alles glattgeht und die Nahrung genügend Nährstoffe liefert, ob eine Entzündung schwelt oder Gefahr durch giftige Stoffe droht, erklärt der Münchner Biologe Schemann. Läuft alles gut, fühlt sich das auch gut an. Gerät etwas durcheinander, schlägt der Kopf Alarm - und das könnte auf die Gemütsverfassung gehen. Auf diese Weise schaffen die ständigen unbewussten Rückmeldungen aus der Nabelregion eine Art unterschwelligen Stimmungsteppich, eine Hintergrundmusik der Befindlichkeit.

Unter dem Einfluss von Hungerhormonen beispielsweise treffen Menschen riskantere Entscheidungen, zeigten Forscher. Viele Darmerkrankungen - Reizdarm oder chronische Entzündungen - gehen mit Angst oder Depressionen einher.

Die aufregendsten Hinweise auf die gemütsverändernden Signale aus den Eingeweiden kommen bisher allerdings von Versuchen mit Mäusen. Bei ihnen deutet vieles darauf hin, dass auch fremde Wesen ein Wörtchen mitzureden haben: die Mikroben, die den Darm besiedeln und ihn bei der Verdauung unterstützen.

Bekommen Mäuse einer normalerweise furchtsamen Rasse Antibiotika, die ihre Bakterienbesiedlung durcheinanderbringen, sind sie wie verwandelt: Sie agieren plötzlich wagemutig und unternehmungslustig, zeigte ein Team um den Gastroenterologen Premysl Bercik von der kanadischen McMaster University. In einem anderen Experiment übertrug er Darmbakterien einer von Natur aus mutigen Mäuserasse auf eine zurückhaltende - und umgekehrt. Das Ergebnis verblüfft: Beide Mäusearten verhielten sich plötzlich wie die jeweils andere. Zumindest bei den Nagern scheinen bestimmte Charakterzüge von den Darmbakterien mitbestimmt zu werden, meint Bercik.

Erste Erfolge in Tierversuchen

Wie die Bakterien zum Kopf funken, ist noch unklar. Die bisherigen Befunde deuten darauf hin, dass sie mittels Immunbotenstoffen, Neurotransmittern und Hormonen die bewährten Signalrouten zwischen Bauch und Kopf nutzen.

Und diese Kommunikation lässt sich manipulieren - jedenfalls im Tierversuch. Futtern Mäuse probiotische Bakterien der Gattung Lactobacillus rhamnosus, werden sie unternehmungslustiger und resignieren in schwierigen Situationen nicht so schnell.

Würde das auch beim Menschen funktionieren, wäre das eine Sensation. Emeran Mayers Joghurt-Studie lieferte darauf einen ersten Hinweis. Schon jetzt wittern einige Forscher und Firmen einen Ansatzpunkt für neue Medikamente gegen Depression und Angst - spezielle probiotische Milchprodukte etwa. "Psychobiotika" nennt das eine Forschergruppe um den Psychiater Ted Dinan im irischen Cork und ruft bereits eine "neue Klasse" psychotroper, also bewusstseinsverändernder Medikamente aus.

Das allerdings hält der Neurogastroenterologe Paul Enck von der Universität Tübingen für verfrüht: "Wir sind sonst mit gutem Grund sehr zögerlich, Mausversuche auf den Menschen zu übertragen - hier vergisst man das", kritisiert er. Ohnehin geben noch viele Befunde Rätsel auf: Etliche der beeindruckenden Stimmungsmanipulationen funktionieren nur bei bestimmten Mäusestämmen oder nur bei Männchen oder Weibchen. "Man kann die Mäuse als Modell benutzen, um Hypothesen zu bilden - aber die muss man am Menschen testen, und das wird Jahre dauern", sagt Enck.

Auch Mayer, dessen Forschungen vom Joghurt-Hersteller Danone unterstützt werden, ist skeptisch: Bisher fehlten Belege dafür, dass - und welche der vielen tausend - Probiotika überhaupt einen nachhaltigen Einfluss auf die menschlichen Darmbakterien haben, geschweige denn, dass das tatsächlich dauerhafte Stimmungsveränderungen zur Folge habe.

Glückliche Ernährung

Mehr Hoffnung setzt Mayer deshalb in ganz normale Lebensmittel. Es gibt bereits Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Ernährungsformen und Depressionen: Das Risiko steigt offenbar, je mehr industriell verarbeitete Nahrung auf den Teller kommt. Das könnte - unter anderem - mit den Darmbakterien zu tun haben. Denn was man isst, entscheidet mit darüber, welche Bakterien sich in den Innereien tummeln.

"Die Ernährung spielt wohl vor allem in den ersten 15 Lebensjahren eine zentrale Rolle - in der Zeit, in der sich das menschliche Gehirn entwickelt", sagt Mayer. Im kindlichen Bauch siedeln sich nach und nach bestimmte Mikrobenstämme an. Sie trainieren das reifende Immunsystem - und scheinen über diesen Weg auch bei der Gehirnentwicklung mitzuwirken.

Ist bei Versuchsmäusen die Besiedlung gestört, kommen die Tiere dauerhaft schlechter mit Stress klar. Der aber gilt als ein Hauptrisikofaktor für Depressionen und andere psychische Krankheiten. Mayer erläutert: "Es ist mit Sicherheit nicht so simpel, dass eine bestimmte Ernährungsform psychische Krankheiten verursacht. Aber möglicherweise erhöht es die Anfälligkeit für solche Störungen, wenn die Bakterienbesiedlung in den ersten Lebensjahren zum Beispiel durch die Ernährung ungünstig beeinflusst wird. Wenn dann noch genetische Faktoren oder Umwelteinflüsse hinzukommen, erkrankt man."

 
Dem will der Forscher nun nachgehen. Noch in diesem Jahr wird eine Studie erscheinen, in der er den Zusammenhang zwischen bestimmten Darmbakterienbesiedlungen und Gehirnstrukturen untersucht hat: "Es sieht tatsächlich so aus, als korreliere der mikrobielle Typ mit einigen strukturellen Parametern im Gehirn", verrät Mayer: Je nachdem welche Bakterienkolonie in den Eingeweiden haust, scheint sich das Denkorgan anders zu organisieren.

 

Spannend ist, ob man diese Unterschiede mit Verhaltensmustern in Verbindung bringen kann. Das hat Mayer vor. Und er will untersuchen, ob sich ein veränderter Speiseplan auf das Gehirn auswirkt. "Dann werden wir sehen, ob die Berichte, man fühle sich durch eine andere Ernährung wie neu, nur auf Placeboeffekten beruhen. Oder ob sie belegbar sind."

Beginnen will er mit einer vegetarischen Diät. Nach Versuchspersonen wird er in Los Angeles nicht lange suchen müssen.